IMHO: Wie mir das DSA-Regelwerk manchmal das Leben schwer macht

In dem folgenden Artikel möchte ich euch in eine andere Welt mitnehmen.
In eine Welt, wo DSA auf einen Programmierer prallt, der die Regeln implementieren muss.

Seit jetzt fast 8 Jahren als Entwickler bei der Helden-Software, frage ich mich in schöner Regelmäßigkeit, warum das Regelwerk mir das Leben beim Programmierung so schwer macht. Das Regelwerk ist voller unnötiger Sonderfälle, die meiner Meinung nach überflüssig sind. Im folgenden gehe ich auf einige dieser überflüssigen Sonderfälle ein.


Rassen, Kulturen und Professionen

Willkürliches Einrechnen von Modi und Boni

Beginnen möchte ich mit der Art, wie Rassen, Kulturen und Professionen in WdH dargestellt werden. Nehmen wir einfach den Standardmagier aus WdH. Dort heißt es:

Modifikationen: aus den Vorteilen Akademische Ausbildung (Magier) und Vollzauberer resultieren +18 AsP, MR +2.

Wer jetzt meint, dass er sich über die enthalten Vorteile, Nachteile und Sonderfertigkeiten keine Gedanken machen muss, liegt falsch. Die +3 aus der Ritualkenntnis muss man noch selber hinzufügen. Ähnliches gilt für Gaben, Liturgiekenntnisse oder der Boni aus Begabungen.

Wenn man den Vorteil Veteran wählt, muss man viele der Boni herausrechnen:

Hierbei sollten Sie jedoch beachten, dass die MR Boni sowie AE- und KE-Zuschläge dieser Professionen meist durch die Vorteile Vollzauberer, Halbzauberer oder Geweiht bedingt werden und dementsprechend kein zweites Mal vergeben werden (da der Vorteil nicht verdoppelt wird).
WdH S. 183

Wenn man nun die Werte in die Software übernimmt, hat man zwei Möglichkeiten. Entweder man fügt die fehlenden Boni hinzu oder man rechnet die teilweise eingerechneten Boni aus der Profession wieder heraus und legt fest, welche Boni der Vorteil, Nachteil oder die Sonderfertigkeit mitbringen.

Beides ist unnötigerweise fehleranfällig. Für den Spieler wäre es sicherlich einfacher, wenn alles eingerechnet wäre und konsequent erwähnt wäre, woher der Bonus stammt.

Komplexe Bedingungen

Der Magier aus Grangor ist ein schönes Beispiel, wie man es mit Bedingungen übertreiben kann.

Voraussetzungen: MU 11, KL 13, IN 11, CH 12, FF 12 (eine der Eigenschaften kann um einen Punkt unter dem geforderten Minimum liegen)
WdH S. 183

Welchen Sinn macht eine solche Voraussetzung? Warum ist die Voraussetzung besser als z.B. MU 12, KL 14, IN 12, CH 13, FF 13 oder MU 12, KL 14, IN 12, CH 13, FF 12?

Pool-Punkte

Ein Paradebeispiel ist ein myranischer Soldat, der breitgefächerte Bildung hat und vielleicht noch ein paar Punkte in Gebildet gesteckt hat. Bei diesem Helden komme ich auf folgende Pools:

  • normaler Pool mit AP
  • normaler Pool mit GP
  • Punkte für Kampf-Sonderfertigkeiten
  • Punkte für verbilligte Kampf-Sonderfertigkeiten
  • Punkte aus BGB
  • Punkte aus Gebildet

In die Software waren diese Pools recht aufwendig zu implementieren. Im Prinzip müsste der Spieler für jede Steigerung oder Auswahl sagen, aus welchen Pool sie bezahlt werden soll. Zumindest für Talente versuchen wir das Problem dadurch zu umgehen, dass ein Algorithmus selbstständig ermittelt, welche Steigerung aus welchem Pool bezahlt werden soll. Für Gebildet und Veteran funktioniert es schon ganz gut.

Bei BGB sind die Steigerungsregeln leider so komplex, dass die User unseren Algorithmus teilweise nicht mehr verstehen. Aus unserer Anleitung:

Ich verstehe die Verteilung von AP und BGB-AP nicht.
Laut Errata werden zuerst die AP und danach die BGB-AP genutzt. Wenn ein Talent zum Beispiel auf 10 gesteigert wird, aber die 2. Profession nur +5 auf das Talent gewährt, werden die Steigerung bis 5 mit AP und die Steigerungen bis 10 mit BGB-AP bezahlt. Wenn nun das Talent auf 11 erhöht wird, wird die AP/BGB-AP Verteilung komplett neuberechnet.

Anzumerken wäre noch, dass es diese Erläuterung zum Steigern nur in der Errata zur ersten WdH Auflage gibt. In der zweiten und dritten Auflage von WdH, wo die Errata ansonsten eingearbeitet sind, gibt es keine Erläuterung, wie die BGB-AP zu versteigern sind.

Die Regelung aus der ersten Errata macht uns das Leben unnötigerweise schwer. Im Prinzip spielt es keine Rolle, ob man zuerst AP und danach BGB-AP nutzen darf oder ob die Reihenfolge egal ist. Die AP werden so oder so für die gleichen Talente ausgegeben.

Der Bosparanischer Magier aus den Dunklen Zeiten (Ordnung ins Chaos S. 28) belegt aber die Spitzenposition der unbeliebtesten Professionen:

  • 100 Punkte auf Gesellschaft, Natur, Wissen, Sprachen/Schriften und Handwerk und 40 Punkte auf Kampf und Körper (max +6)
  • Sonderfertigkeiten (200 AP) und verbilligte Sonderfertigkeiten (500 AP) aus einer Liste
  • 175 Punkte für 13 bis 15 Zauber
    Hauszauber zwischen 3 und 7
    Andere Zauber zwischen 1 und 5
    Verfügbarkeit der Zauber muss zwischen 4 bis 7 liegen
    einer Zauber darf Verfügbarkeit von 2 haben
    zwei Zauber dürfen eine Verfügbarkeit von von 3 haben
    4 Hauszauber müssen dem gewählten Merkmal entsprechen

Diese Profession ist für mich keine Profession mehr, sondern eine Anleitung für die Erstellung einer Profession. Solche Regeln gehören ganz klar mit “Experten-Regel” überschrieben.

Der Aufwand für eine Implementierung ist so hoch, dass wir es wohl niemals implementieren werden. Wenn ihr einen Bosparanischer Magier spielen wollt, müsst ihr euch in der Helden-Software selber eine Profession erstellen und diese dann bei der Heldenerschaffung nutzen. Oder zu Papier und Bleistift greifen.

Handwerker

Auch wenn der Bosparanischer Magier mittlerweile den ersten Platz der unbeliebtesten Profession bei mir einnimmt, war dies lange Zeit der Handwerker aus WdH.

Inkl. den Erweiterungen aus UdW ergibt sich folgendes Diagramm, was sehr anschaulich die Komplexität der Profession zeigt.

handwerker

Wer eine einfache Handwerker-Profession sehen möchte, möge sich mal den Handwerker in WnM anschauen.

Ferkina-Besessener

Wie ich erst vor einigen Tagen erfahren haben, ist dieser Professionsaufsatz bei uns in der Helden-Software falsch implementiert. Wir haben es so implementiert, dass man sich für bei der Generierung ein Tier entscheiden muss.  Richtig wäre aber, dass der Spieler sich immer wieder ein anderes Tier wählen kann. Mein erster Gedanke war, dass es ja kein Problem ist, da man einfach die Varianten entfernen könnte. Leider ist es so einfach nicht. Es gibt ja noch die Übernatürlichen Begabungen:

Diese Begabungen sind während der einmonatigen Besessenheit durchaus mit AP steigerbar. Diese Steigerung ist sowohl an den Zauber als auch die Tierart gebunden, so dass der höhere Wert bei der nächsten Besessenheit durch einen Blutgeist der gleichen Art wieder zur Verfügung steht.
WdZ S.172

Das heißt, dass z.B. der Axxeleratus des Berglöwen, unabhängig vom Axxeleraturs des Sandlöwen gesteigert wird. Wenn Übernatürliche Begabungen schon oft als “AP-Grab” bezeichnet werden, dann weiß ich nicht, wie man diese Regelung bezeichnen soll.

Wie wir diese Sache in der Helden-Software implementieren? Keine Ahnung …

Elfen

Ein Teil der Elfen-Probleme entstehen dadurch, dass die Boni aus dem Vorteil Vollzauberer über die Rasse, Kultur und Profession verteilt sind. Die zum Vollzauberer gehörige Repräsentation findet sich z.B. in den Elfenkulturen. Die Boni sind sowohl in den Elfenkulturen als auch in den Elfenprofession verteilt.

Wenn man von dem Konzept Elf, Elfenkultur und Elfenprofession abweicht, ist dadurch bei vielen Kombinationen nicht klar, wie damit umzugehen ist. Im folgenden eine kurze Zusammenfassung:

Elfische Kultur Menschliche Kultur
Elfische Profession Normalfall wohl nicht möglich
nicht elfische Profession mit Vollzauberer nicht möglich (WdH 174) 6GP billiger, wegen Vollzauberer
nicht elfische Profession mit Halbzauberer unklar unklar
nicht elfische Profession mit Viertelzauber unklar unklar
nicht elfische Profession, nicht magisch 60VP; 4 Hauszauber
Anzahl wählbarer Zauber unklar
unklar
nicht elfische Profession mit Magieverbot
(siehe Wdh 258 unter Viertelzauberer)
unklar unklar

In der Helden-Software haben wir uns beholfen, dass der Benutzer eine Meldung bekommt, wenn er eine solche unklare Kombination wählt. Aber Meldungen werden nur allzu oft überlesen.

Dass dieser Sonderfall eigentlich überflüssig ist, zeigt der Grolm in WnM deutlich.

Institut der Arkanen Analysen zu Kuslik (WdZ)

Laut Weiterbildungsregel erhält man eine SE auf die Zauber und auf Wissenstalente. Welchen Sinn macht dann die Angabe von Talenten aus dem Bereich Gesellschaft und Handwerk? Haben wir hier direkt wieder eine Sonderregel?

Zwergenmagier

Vor fast 8 Jahren bin ich zu der Helden-Software gekommen, weil ich endlich meinen Zwegenmagier generieren wollte und es zu diesem Zeitpunkt in der Helden-Software nicht möglich war. Das war noch unter DSA 4.0, inzwischen sind die Regeln mittlerweile etwas entschärft worden, aber immer noch ein Sonderfall.

Spieltechnisch heißt dies, dass bei einem Charakter der Rasse Zwerg, der die Magierlaufbahn einschlägt, der Vorteil Schwer zu Verzaubern durch den Vorteil Hohe Magieresistenz 3 und Eisenaffine Aura ersetzt wird. Weiterhin bekommt der Zwerg je die Unfähigkeit (Merkmal) für zwei der Merkmale…
WdH S. 174, Zwerge

Vorteile / Nachteile

Doppelte Vorteile (Voll-, Halb- und Viertelzauberer)

Im ersten Moment kann man denken, wo ist das Problem? Es ist doch erklärt:

Für alle anderen Vor- und Nachteile gilt, dass die einfache Punktzahl des Vor- bzw. Nachteils frei wird […]
WdH S.12

Leider ist diese Erklärung nur die halbe Miete, da es viele Sonderfälle gibt.

Da der Vorteil Vollzauberer mit ihrer Rasse verbunden ist, müssen sie diesen nicht gesondert erwerben, was bedeutet, dass sie alle Magier-Varianten für 6 GP weniger erwerben können.
WdH S.174, Elfen

Sie erhalten einen Bonus auf den Erwerb des Vorteils Vollzauberer, was sich darin auswirkt, dass jegliche Professions-Variante des Magiers […] sie 2 GP weniger kostet.
WdH S. 174, Halbelfen mit einer menschlichen Kultur

Professionen, welche die Vorteile Halb- und Vollzauberer beinhalten sind mit diesem Vorteil um 2 Punkte verbilligt.
EG S. 146, Dschinnengeborener

Wenn Sie eine Profession mit dem Vorteil Halbzauberer oder Vollzauberer wählen, erhalten Sie 3 GP aufgrund doppelt vergebener Vorteile zurück.
Grolm, OiC S. 9

Wenn Sie eine Profession mit dem Vorteil Halbzauberer oder Vollzauberer wählen, erhalten Sie 3 GP aufgrund doppelt vergebener Vorteile zurück.
G‘Rolmur, WnM S. 35

Ohne diese Regeln würden einfach 20 GP (Vollzauberer), 10 GP (Halbzauberer) oder 5 GP (für Viertelzauberer) frei. An dieser Stelle fiel vermutlich jemandem ein, dass man für diese Vorteile in der Profession ja nur 6, 3 bzw. 2 GP (siehe WdH S. 305) gezahlt hat. Und deshalb eine Erstattung von 20, 10 bzw. 5 GP ja viel zu viel sind, auch wenn es die Regeln auf Seite 12 so sagen.
Statt die Regeln auf Seite 12 mit einem weiteren Sonderfall (“Für die Vorteile Voll-, Halb- und Viertelzauber werden nur 6, 3 bzw. 2 GP frei, ggf. vergebene Repräsentationen und Ritualkenntnisse werden durch die professionsspezifischen ersetzt.”) zu ergänzen, wurden lieber RKP-spezifische Sonderfälle eingeführt. Leider decken diese Sonderfälle nicht alle Fälle ab:

  • Was macht der Grolm oder ein Dschinnengeborener bei einer Profession, die den Vorteil Viertelzauberer enthält?
  • Der Elf, der nicht Magier werden will, sondern eine andere magische Profession wählt?
  • Bei der Magier-Variante steht, dass die Profession billiger wird. Wie wirkt sich dieses auf die Professionskosten bei BGB oder Veteran aus?

Nachdem wir anfangs in der Software alle Sonderfälle einzeln behandelt haben, behandeln wir sie ab der nächsten Version nach dem obigen Vorschlag:  Bei den Vorteilen Voll-, Halb- und Viertelzauber werden 6, 3 bzw. 2 GP frei. Damit sind wir zwar ein ganz kleines Stück vom Regelwerk weg, aber es funktioniert auch mit eigenen magischen Professionen.

Vorteile, die genau ein Ding verbilligen

Während ich noch Vorteile und Sonderfertigkeiten akzeptieren kann, die Kosten von ganzen Klassen ändern (Merkmalskenntnis, Unfähigkeit in Merkmalen), sehe ich keinen Sinn in Vorteilen, die genau ein Ding verbilligen.

Beispiele wären:

  • Begabung für [Ritual]
    “… die AP-Kosten […] betragen nur die Hälfte des angegebenen Wertes.”
  • Aurakonjunktion
    “… während bei Stufe III […] eine entsprechende Begabung nur zwei Drittel der GP kostet.”

In diesen Fällen kann man die Kosten der Vorteile auch passend reduzieren und die Vergünstigung innerhalb des Vorteils nicht vergeben. Ist im Endeffekt ein Null-Summen-Spiel, aber man vermeidet wieder Sonderfälle.

Vor- und Nachteile mit Stern

Viele Vor- und Nachteile sind im WdH und WnM mit einem Stern versehen.

Ein Sternchen (*) bei den GP-Kosten bedeutet, dass dieser Vor- oder Nachteil nicht frei wählbar ist, sondern fest an eine Profession, Kultur oder Rasse gebunden ist.
WdH S. 383

Und WnM führt diesen Punkt noch weiter aus:

Ihnen werden sicher nicht die zahlreichen Vor- und Nachteile entgehen, die fest an Spezies gebunden sind (also mit einem Sternchen * markiert sind), jedoch von keiner der in diesem Band aufgeführten Spezies benutzt wird.
Sie dienen vor allem der Entfaltung Ihrer persönlichen Kreativität und sollen es erlauben, besonders ausgefallene Spezies auf Basis der entsprechenden Regeln zur eigenen Erstellung (siehe Seite 172) selbst zu kreieren.
WnM S. 383

Diese Vor- und Nachteile dürfen also während der Erschaffung nicht gewählt werden, sondern sind nur innerhalb von Rassen-, Kultur- und Professionspaketen zugelassen.

Wenn wir diese Regel so durchsetzen würden, könnten Spieler unter anderem die folgenden Vor- und Nachteile aus WdH gar nicht wählen:

Akademische Ausbildung (Magier), Beseelte / Ererbte Knochenkeule, Eigeboren, Machtvoller Vertrauter, Kein Vertrauter, Nachtsicht, Artefaktgebunden, Heimwehkrank, Schwanzlos, Sippenlosigkeit

All diese Vor- und Nachteile sind aber laut Beschreibung unter bestimmten Umständen bei der Erschaffung wählbar. Somit ist der Stern schlicht und einfach falsch.

Man könnte jetzt argumentieren, dass man mit dem Stern Vor- und Nachteile hervorheben will, die nur von bestimmten Rassen, Kulturen oder Professionen gewählt werden dürfen. Aber was würde die Hervorhebung solcher Vor- und Nachteile für einen Sinn machen? Sind Rassen-, Kultur- oder Professionsbedingungen irgendwas fundamentales anderes als die Bedingung bzgl. einem bestimmten Sozialstatus (siehe Schulden) oder eine andere Vorteilsbedingung?

WnM ist hier vorbildlich. Kein mit Stern markierter Vor- oder Nachteil ist während der Erschaffung wählbar.

 

Elfische Weltsicht

Wie berechnet man die Kosten einer Talentspezialisierung in einem Nicht-Leittalent, wenn der Held die elfische Weltsicht hat?

Im teuersten Fall nimmt man die teure Spalte als Basis für die Kosten der Talentspezialisierung und nimmt dann die Kosten mal 1,5, da Talentspezialisierungen keine “Leitsonderfertigkeiten” sind.

In meinen Augen ein schönes Beispiel für nicht wirklich durchdachte Regeln, da man in diesem Fall eine doppelte Verteuerung hat.

Übernatürliche Begabungen

Übernatürliche Begabungen werden immer nach Spalte F gesteigert?
Nein, Dschinnengeborene haben eine Begabung für ein elementares Merkmal und diese Begabung gilt auch für die Übernatürlichen Begabungen.

Talente

Steigerung von Talenten mit negativen Wert

War euch bekannt, dass es zwei unterschiedliche Arten gibt, Talente mit einem negativen Talentwert zu steigern?

Nein? Mir bis vor 3 Monaten auch nicht, aber WdS sagt:

Wenn das Talent mit dem negativen TaW ein Spezial-Talent ist, dann gilt dieses als nicht aktiviert, […], aber selbst wenn der Wert (0) erreicht ist, gilt es immer noch nicht als aktiviert. Erst wenn nun noch einmal die Aktivierungskosten (Zeile Akt.) bezahlt werden, darf der TaW 0 ohne Klammern eingetragen werden: […] WdS S. 162

Es gibt also zwei Steigerungswege:

  • für Basistalente
    -2, -1, 0, 1, ….
  • für Spezialtalente
    -2, -1, (0), 0, 1, ….

Wenn man schon so eine Sonderregel benötigt, die die Kosten gerade mal um eine einstellige Anzahl an AP ändert, dann wäre es besser gewesen, sie direkt in der Professionserstellung anzusiedeln. Das Spezialtalent könnte in den skizzierten Fall einfach mit -3 starten und man hätte die gleiche Kosten, ohne den Spezialfall zu benötigen.

Wir wir es in der Helden-Software implementieren werden? Keine Ahnung.

Hexalogie-Regeln

Tief im WdZ ist noch eine Sonderregel für die Hexalogien versteckt, die, wenn man sie nicht streicht, auch ins WdH und WdS gehört:

Die Zauber einer Hexalogie, die einem Gegenelement des Zauberers zugeordnet sind, profitieren nicht von der obigen Steigerungserleichterung aus der Hexalogie und werden weiterhin eine Spalte schwerer gesteigert.
WdZ S. 383

Helden mit einer Merkmalskenntnis oder Begabung in einem Einzelelement sind eigentlich gestraft genug, da ihr Vorteil sich beim Gegenelement in einen Nachteil wandelt. Bei Hexalogien werden sie doppelt bestraft. Und ich habe wieder ein Sonderfall mehr, den ich beachten muss.

Sprachen

Sprachen sind ein wahrer Fundus an Sonderfällen. Besonders hervorheben möchte ich aber die folgende Regel:

Ein Thorwalsch-Muttersprachler (nicht jedoch ein Gjalskisch- oder Fjarningsch-Muttersprachler) erlernt Garethi eine Spalte erleichtert und umgekehrt. Ein Gjalskisch-Muttersprachler erlernt Alaani eine Spalte erleichtert und umgekehrt.
WdS S. 31

Sonderfertigkeiten

Spätweihe

Warum sind die Kor-Spätweihe oder die Hesinde-Spätweihe für Zibilja bereits bei der Erschaffung wählbar (WdH S. 227, WdG S. 331), während es sonst die Regelung gibt, dass Spätweihen bei der Erschaffung nicht gewählt werden dürfen?

Liturgie-Varianten

Alle Varianten von Liturgien, bei denen nicht explizit steht, dass sie nicht extra gelernt werden müssen, müssen mit AP gekauft werden.
WdG S. 247, 2. Auflage bzw. Errata

An den vermeintlichen Bugreports in unserem Forum zu diesem Thema merken wir, dass diese Regelstelle kaum bekannt ist und oft nur für Verwirrung sorgt. Also weg mit der Ausnahme. Entweder alle Varianten kostenlos oder alle Varianten kostenpflichtig.

Und beim nächsten Mal bitte die doppelte Verneinungen im Regeltext vermeiden.

Kaufreihenfolge von Sonderfertigkeiten

Klar macht es teilweise ein Unterschied, in welcher Reihenfolge man Sonderfertigkeiten kauft, wenn die eine Sonderfertigkeit die andere verbilligt. Aber war euch bewusst, dass die Gesamtkosten unterschiedlich sein können, wenn man z.B. zwei Geländekunden kauft?

Beim Fuhrmann kann man sich eine verbilligte Geländekunde auswählen. Wenn man zuerst die Geländekunde kauft, die verbilligt ist, und danach eine zweite, zahlt man 175 AP (150 / 2 + 100 = 175). Wenn man aber zuerst eine beliebige Geländekunde kauft und danach erst die verbilligte zahlt man 200 AP (150 + 100 / 2 = 200).

Alle Sonderfertigkeiten, deren Kosten von ihrer Anzahl abhängen, haben das gleiche Problem (Geländekunde, Ortskenntnis, …).

Die Helden-Software kommt zu einem der beiden Ergebnisse. Zu welchem? Das hängt von vielen Faktoren ab …

Bitte macht die Kosten für Sonderfertigkeiten nicht von ihrer Anzahl abhängig. Erleichtert die Implementierung erheblich.

Abschlussbemerkung

Auch wenn meine Kritik sich teilweise ziemlich frustriert und harsch anhört, so mag ich DSA doch sehr und habe die meiste Zeit auch Spaß am Programmieren und noch mehr Spaß am Spielen. Aber ab und zu frustriert mich das Regelwerk doch sehr.

Wenn ich Wünsche für die nächsten Regelwerke offen hätte, dann die folgenden:

1. Für jede Sonderregel muss sich der Autor schriftlich auf einer halben DIN-A4 Seite rechtfertigen:

  • Darlegen, welches Problem durch die Sonderregel gelöst werden soll
  • Darlegen, warum das Problem so groß ist, dass man damit nicht leben kann
  • Darlegen, welche Auswirkungen es hat, wenn die Sonderregel nicht eingeführt wird
  • Beschreibung des Lösungsansatzes
  • Glaubhaft begründen, dass der Lösungsansatz die einfachste Lösung für das Problem ist
  • Glaubhaft darlegen, dass die Lösung keine Seiteneffekte hat

2. Regeln als Pseudocode niederschreiben.

Hierbei bemerkt man recht schnell, ob die Regel noch im vernünftigen Rahmen ist oder ob die Spezialfälle den Rahmen sprengen. Wenn man die Regeln nicht mehr als Pseudocode formuliert bekommt oder der Pseudocode langer als eine halbe Din A4 wird, weiß man, dass man es übertrieben hat.

Wer mal üben möchte, darf die Bestimmung der Lernkomplexiät von Zaubern mal als Pseudocode niederschreiben.

3. Mein dritter Wunsch wäre, die Geoden zu echten, konkurrenzfähigen Elementaristen zu machen, aber das gehört hier nicht hin ….

In diesem Sinne wünsche ich euch fröhliches Spielen,
Sven

Die Kategorie IMHO umfasst Kommentare von einzelnen Teammitgliedern der Helden-Software, die nicht zwangsläufig die Meinung des ganzen Teams widerspiegeln müssen. IMHO steht für “In My Humble Opinion” (Meiner bescheidenen Meinung nach).

11 Gedanken zu „IMHO: Wie mir das DSA-Regelwerk manchmal das Leben schwer macht

  1. Feyana

    Sehr schöne Auflistung an Merkwürdigkeiten.
    Die elfische Weltsicht ist sowieso Quark. Alle Welt regt sich auf, dass Elfen zu übermächtig mit ihren Talentwerten wären. Dass die Elfen aufgrund der Elf. Weltsicht aber nur ihre 20 Talente normal steigern dürfen und vor allem werden(!), ist es nicht verwunderlich, dass diese dabei schnell sehr gut sind. Aber naja.

    Die 3 Vorschläge gefallen mir. Wie Robak schon sagt, der erste besonders.

  2. Darius_der_Duellant

    Hallo little.yoda, mir scheint dass du das Konzept der Sternchen missverstanden hast.
    Ein Sternchen ist quasi ein Zeichen für eine eingeschränkte Verfügbarkeit (steht ja auch so beim Text).
    “Eigeboren” kann eben nicht von jedem beliebigen Helden gewählt werden, sondern nur von Hexen (darum “sondern fest an eine Profession, Kultur oder Rasse gebunden ist.”), weshalb es auch einen Stern trägt.

    1. little.yoda Artikelautor

      Hast du den ganzen Absatz gelesen? Ich bin explizit darauf eingegangen, warum ich es dann immer noch für nicht sinnvoll halte, selbst wenn man deiner Argumentation folgt.

      Außerdem macht die Auslegung in WdM dann keinen Sinn mehr.

  3. TeichDragon

    Wunsch 1. UND 2. sollten ab sofort für jeden Autor Pflicht werden.
    Gerade als (ehemaliger) Programmierer bekomme ich bei der Unlogik dieses Regelwerkes jedes mal Gänsehaut.

    Und das ganze bitte nicht nur für Erschaffungs-Regeln, sondern grundsätzlich.
    Welche Ungereimtheiten und unlogische Erklärungsversuche sich über all die Jahre da an getürmt haben, ist einfach nicht mehr schön. Und gefühlt jeder Band vergrößert inzwischen das Problem.

  4. yggdrasil

    Wer mal üben möchte, darf die Bestimmung der Lernkomplexiät von Zaubern mal als Pseudocode niederschreiben.
    Vor ner Viertelstunde dachte ich mir: “Challenge accepted”!
    Nach 20 Zeilen Pythoncode und einigem Durchdenken der Regeln, insb. Hexalogien wenn man noch andere Elementare Merkmalskenntnisse hat, hatte ich keine Lust mehr.
    Ein Grund mehr euch für die Software zu danken.

  5. Umbergail

    Ich finde, Dein Artikel illustriert sehr schön, warum DSA ein miserables Regelwerk hat. Regeln sind hier nicht die Regel sondern die Ausnahme von einem Sonderfall…

  6. DerKastellan

    Als Entwickler und Spieler hat mich der Artikel gleichermassen beglückt.

    Ich beobachte halt schon länger, dass es ein paar Professionen gibt, die ein echtes Komplexitätsproblem haben – SW-Entwickler, Juristen … und jetzt eben Regelautoren. Alle diese Professionen versuchen, durch Regeln etwas abzubilden. Je umständlicher die Basisregel, und je mehr Sonderfälle es gibt, desto mehr Fehler und nicht abgedeckte Szenarien wird es geben.

    Wer sich ansieht, wie das EEG zur Einspeisevergütung gewachsen ist, weiß, dass die Juristen der Ministerien, der Bundestag und alle anderen Beteiligten das Thema Komplexität nicht verstehen. Aus einem klaren Basisentwurf wurde ein bürokratisches Monster der Tausend Ausnahmen und Sonderregelungen. Man weiß dann auch schnell, warum die Justiz so viel zu tun hat – denn ständig schaufeln solche Spezialisten neue unausgegorene Regeln ins System, an die sich irgendwer irgendwann halten muss.

    Genauso die DSA-Autoren. Die ständigen Ausnahmen, Sonderfälle, und in-Reihe-verschalteten-Sonderregel-auf-Sonderregel-Abläufe künden von völliger Unkenntnis des Komplexitätsproblems. Ich bezweifele, dass es wirklich jemanden gibt, der einen DSA-4.1-Charakter gültig unter Berücksichtigung aller Verregelungen und Ausnahmen per Hand erstellen kann, wenn einige der Ausnahmen zum Tragen kommen. Allein schon die Menge der Zitatstellen zeigt doch, dass hier kein durchgängig griffiges Konzept zum Tragen kommt.

    Ich habe auch schlichtweg keine Lust, soviele Bücher zur Hand haben zu müssen oder soviele Stellen können zu müssen. Ohne die ausgezeichnete Heldensoftware würde ich niemals einen DSA-Charakter auch nur erstellen. Durch diesen Editor ist das System überhaupt erst handhabbar. Das zeigt doch schon, wo der Hase im Pfeffer liegt.

    Bei der Anzahl an Sonderfertigkeiten und Kombinationsmöglichkeiten beneide ich keinen Meister, der es wagt, sowas auf Cons zu spielen, wo sie alle vorkommen können. Schon den Überblick über die eigene Kampagnengruppe zu behalten, ist schwer. Und ich habe schon schwer enttäuschte Spieler gesehen, die gemerkt haben, dass ihr müsam erstelltes und gesteigertes Charakterkonzept in der realen Regelanwendung (vor allem im Kampf) überhaupt nicht aufgeht.

    Fieserweise denke ich, dass kompaktere Regeln woll weniger Quellen-/Ausnahme-/Sonderbände bedeuten werden, die halt das Geld bringen. Irgendwie müssen diese massiven Hardcoverseitenmonster ja ihre Existenz rechtfertigen, und die spülen das Geld in die Kassen. Willst Du einen Alchemisten spielen? Kauf noch ein Buch. Das gleiche für den Magier. Und den Geweihten. Vielleicht noch ein Brevier dazu. Ein paar Regionenbände für den Meister. Plus Abenteuer. Plus…

    Naja.

  7. Andras Marwolaeth

    Da ich selber auch programmiere und mich seit dem Erscheinen der 1. Ausgabe von DSA4 vergeblich versuche, ein eigenes Heldentool zu programmieren (was ich für DSA3 noch gemacht hatte), sind mir diese Sonderfälle nicht ganz neu.

    In DSA 4.0 gab es z.B. noch den Fall, dass die Kultur Aranien zwei Muttersprachen hatte (als einzige Kultur, natürlich) oder dass der Schelm Kultur und Profession in einem war.
    In DSA 4.1 ist die Kultur Orkland-Orks die einzige Kultur überhaupt, bei der man zwei Varianten (nämlich einmal Kaste und einmal Stamm) wählen muss. D.h. man muss hier zwei Pools mit Varianten vorhalten und muss darauf achten, dass der Spieler nicht zwei Kasten wählt.

  8. JJ

    Bosparanischer Magier: Da folgen die Designer endlich der über Jahre immer und immer wieder wiederholten Forderung des Fandoms, dass DSA-Professionen flexibler sein und mehr Freiheiten bieten müssen, dass Pools so viel besser als feste Werte sind, damit auch tatsächlich den Charakter erschaffen kann, den man möchte – und dann ist das auch wieder falsch?! Manchmal weiß ich auch nicht mehr… *kopfschüttel*

    1. little.yoda Artikelautor

      Ich finde es immer wieder interessant, wie selbstverständlich von einigen Personen davon ausgegangen wird, dass innerhalb der Fangemeinde Einigkeit über bestimmte Dinge herrschen würde.
      Nur weil ein paar Leute nach Pools schreien und ihre Forderung immer wieder wiederholen, heißt es noch lange nicht, dass es eine Mehrheitsmeinung ist.

      Ich persönlich bin strikt gegen solche Pools. Wem es nicht passt, soll eine eigene Profession erstellen.

      Und in diesem Artikel bringe ich meine persönliche Meinung zu Ausdruck und maße mir nicht an, für irgendeine Gruppen zu sprechen.

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